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1.2.  Persönliche Kontakte

E-Lancer leben von dem, was ihre Kunden ihnen bezahlen. Also brauchen sie Kunden – vor allem zufriedene Kunden, die wiederkommen und die sie weiterempfehlen. Da unterscheiden sich Web-Designer und Programmiererinnen gar nicht sehr von Bäckern und Putzfrauen: Wenn deren Arbeit gut ist, finden sie neue Kunden. Taugt sie nichts, dann helfen die schönsten Werbeanzeigen nicht.

E-Lancer haben es sogar noch ein bisschen schwerer. Denn wer Brötchen haben will, geht meist zum Bäcker um die Ecke. Wer sich aber eine Homepage bauen lassen will, fragt erstmal bei Bekannten rum: "Sag' mal, kennst du nicht jemand...?" Wer da nicht genannt wird, hat es erheblich schwerer: E-Lancer leben von persönlichen Kontakten. Wer als E-Lancer erfolgreich sein will, muss solche Kontakte systematisch aufbauen.

Das kann persönlich über die lokale Szene, über Berufsverbände, über Freunde und Bekannte geschehen: Wer sich selbstständig macht, muss das vor allem alle seine Bekannten wissen lassen. Damit die, wenn irgendwo mal die Frage aufkommt, sagen können: "Ich kenn' da einen..." Also informiert nicht nur potentielle Kunden, dass ihr jetzt selbstständig seid. Sondern schreibt einen solchen Brief an alle, die ihr kennt.

Das kann natürlich auch elektronisch über Chat-Rooms, Newsgroups und Projektbörsen geschehen. Auch dort können persönliche Bekanntschaften entstehen, die irgendwann zu einer Anfrage führen: "Sag' mal, ich hab' da einen Auftrag, für den ich noch Hilfe brauche. Wollen wir nicht zusammen...?" Das geschieht umso häufiger, je mehr ich mich so verhalte, dass andere auch wirklich Lust kriegen, mit mir zusammenzuarbeiten. Was in Newsgroups keineswegs selbstverständlich ist.

Wer sich mit seinem Beruf identifiziert, trifft interessante Leute fast von selbst: im Netz, auf Fortbildungsveranstaltungen, auf Messen. Da heißt es dann nur noch neugierig zu sein. Sprecht Leute an, geht mit ihnen einen Kaffee trinken, fragt, was sie machen, gebt ihnen eine plastische Vorstellung von dem, was ihr tut und was ihr könnt (und möglichst eine Visitenkarte, damit sie eure E-Mail-Adresse haben, wenn es mal so weit ist).

Aber versucht nicht, aus jedem neuen Kontakt gleich einen Auftrag herauszuleiern. Das fällt unangenehm auf. Baut euch lieber in Ruhe ein Netz von Leuten auf, die ihr kennt und die euch mögen – dann kommen die Anfragen irgendwann von selbst.

Und falls jemand über den letzten Satz gestolpert ist: Ja, die euch mögen. Wenn jemand einen Auftrag zu vergeben hat und nachdenkt: "Wer könnte das machen?" dann müsst ihr zu den ersten gehören, die ihm einfallen. Bei Suchmaschinen gibt es technische Tricks, wie man eine Nennung unter den ersten zehn erreicht. Bei Menschen gibt es dafür nur eine Methode: Sympathie und gute Arbeit. Aufträge werden nun mal von Menschen vergeben.

 

 

[ Letzte Änderung: 1. Juli 2004]
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1.1. Die ersten Aufträge
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1.3. Professionalität
2. Definitionen