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1.3.  Professionalität

Selbstständige Arbeit ist ein Geschäft. Sie muss auch wie ein Geschäft organisiert werden. Ohne das geht es nicht. Wem Preiskalkulation, Werbung und Honorarverhandlungen ein Gräuel sind, sollte lieber die Finger von der selbstständigen Arbeit lassen: Dies ist ein Teil des Berufes, den uns niemand abnehmen kann und der ebenso erlernt sein will wie die einschlägigen Programmiersprachen.

Wer mit selbstständiger Arbeit Geld verdienen will, muss professionell arbeiten. Zu Professionalität gehören in der Dienstleistungsbranche:

  • ein klares Angebot, das der Kunde versteht;
  • ein Preis, den der Kunde nachvollziehen kann;
  • präzise Absprachen, die dem Kunden Sicherheit geben;
  • Arbeitsergebnisse, mit denen der Kunde zufrieden ist;
  • Terminabsprachen, auf die der Kunde sich verlassen kann;
  • eine korrekte Abrechnung, die der Kunde durchschaut;
  • ein professionelles Outfit, das Vertrauen schafft.

All diese Punkte sind wichtig, wenn man zufriedene Kunden haben will. Wer auch nur einen davon vernachlässigt, handelt sich Ärger ein. Und je dicker der Ärger wird, umso dünner wird das Auftragsbuch.

Zur Professionalität gehört Weiterbildung. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein. Wer das vernachlässigt, wer keine Fachzeitschriften liest und sich nicht in neue Programmversionen einarbeitet, verliert den Anschluss in dieser Branche noch schneller als anderswo. Manchmal reicht da schon ein Jahr.

Dabei sollte man die Weiterbildung nicht nur auf die fachlichen Inhalte beschränken. Je komplexer die eigenen Projekte werden, je größer die Projektgruppen, in die man eingebunden ist, umso wichtiger werden Themen wie

  • Wie organisiere ich Zusammenarbeit mit anderen?
  • Wie organisiere ich meine Zeit?
  • Wie organisiere ich mein Lernen?
  • Wie gehe ich mit Kollegen und Mitarbeiterinnen um?

Die Antworten darauf lassen sich kaum aus der c't gewinnen – da bedarf es größerer Anstrengungen. Wer spezielle Weiterbildungsangebote sucht, findet die umfassendste Übersicht mit fast 600.000 Kursen aus sämtlichen Fachgebieten in der Datenbank KURS auf der Web-Site der Bundesagentur für Arbeit.

Solche Weiterbildung gehört auch in die Preiskalkulation. E-Lancer, die ich befragt habe, schätzen ihren Aufwand für Weiterbildung auf ein Drittel bis die Hälfte ihrer Arbeitszeit. Wer das in seine Preise nicht mit einrechnet, bekommt Probleme.

Professionalität verlangt schließlich ein Vertrauen erweckendes Erscheinungsbild. Dazu gehören zumindest

  • Briefpapier und Visitenkarten, die Seriosität ausstrahlen (ohne eine Firmengröße vorzugaukeln, die gar nicht vorhanden ist);
  • Rechnungsformulare und Geschäftsbedingungen, die nicht so aussehen, als habe man noch nie eine Rechnung geschrieben (die aber auch nicht voller kleingedruckter Fußangeln sind);
  • eine Kommunikationstechnik, die sicherstellt, dass jeder Anruf und jede E-Mail möglichst noch am selben Tag beantwortet wird.

Und wenn dann auch noch die eigene Homepage eine Vorstellung davon vermittelt, was man zu leisten in der Lage ist, dann wird das Telefon schon irgendwann klingeln...

 

 

[ Letzte Änderung: 1. Januar 2005]
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