Verträge und Honorare
 

 
 

5.1.  Verträge

Verträge sollen klare Verhältnisse zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer schaffen. Wichtig ist dabei die Klarheit, nicht die Form, in der sie fixiert wird. Und wichtig ist, dass jeder mit offenen Karten spielt. Wer auf eine mündliche Absprache einen anders lautenden Vertrag folgen lässt oder AGB mit inakzeptablen Klauseln nachschiebt, schafft Misstrauen und versaut das Geschäftsklima.

Wer die Bedingungen für einen Auftrag festlegen will, sollte also in drei Stufen vorgehen – und zwar nur in dieser Reihenfolge:

  • Am Anfang steht die mündliche Absprache, eventuell auf Basis eines schriftlichen Angebots. Im Normalfall ist diese Absprache viel wichtiger als der schriftliche Vertrag: Hat man sich mündlich (das geht natürlich auch per Brief oder E-Mail) auf alle wichtigen Bestandteile des Vertrages geeinigt, dann geht in aller Regel hinterher nichts mehr schief. Auch dann, wenn man gar keinen schriftlichen Vertrag mehr geschlossen hat. Denn mündlich geschlossene Verträge sind genauso gültig wie schriftliche – nur dass man sie im Streitfall vor Gericht schwer beweisen kann.
  • Auf einer solchen Basis ist ein schriftlicher Vertrag meist gar kein Problem mehr: Da schreibt man genau das hinein, was man vorher besprochen hat. Bei einem schriftlichen Angebot genügt es schon, wenn der Kunde das Angebot (schriftlich) annimmt. Oder man schickt selbst eine Auftragsbestätigung. Das kann ein einfacher Brief sein, in dem die Auftragnehmerin dem Kunden bestätigt, sie habe den Auftrag zu den besprochenen Bedingungen angenommen – und diese Bedingungen anschließend noch einmal aufführt. Widerspricht der Kunde diesem Schreiben nicht, so ist es im Streitfall vor Gericht so gut wie ein schriftlicher Vertrag.
  • Wer häufig ähnliche Verträge abschließt, kann – um den Vertrag möglichst einfach zu halten – einige ständig wiederkehrende Bestimmungen in Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) aufnehmen. Diese Bestimmungen macht man rechtsgültig, indem man sie dem Kunden gibt oder zuschickt und ihm unmissverständlich erklärt, dass sie Vertragsbestandteil sind – z.B. indem man in den Vertrag oder auf das Auftragsschreiben schreibt: "Es gelten die AGB in der Fassung vom..." Natürlich dürfen auch die AGB nichts enthalten, was der mündlichen Absprache widerspricht.

Die Verträge, die im Arbeitsbereich von E-Lancern denkbar sind, sind so vielfältig und auch unterschiedlich, dass es nicht möglich ist, hier auch nur die wichtigsten erschöpfend zu behandeln. Dieses Kapitel erläutert also lediglich einige Grundzüge des Vertragsrechts, verweist auf vorhandene Musterverträge und gibt Hinweise auf mögliche Konsequenzen schlecht formulierter oder nicht eingehaltener Verträge.

 

 

[ Letzte Änderung: 1. Juli 2004]
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