Steuern
 

 
 

8.0.3.  Steuererklärung selber machen?

Steuererklärungen sind nervig. Aber keine Geheimwissenschaft. Und Steuerberater sind teuer. Die Frage "Kann ich meine Steuererklärung selber machen?" ist zunächst recht einfach zu beantworten: Man kann. Wer ein wenig Spaß am Tüfteln und Herumrechnen hat, kann sich zumindest in der Startphase, wenn das Geld noch knapp ist, die Ausgaben für einen Steuerberater sparen – und verschafft sich nebenbei einen prima Überblick über seine Geschäftsentwicklung.

Ob man die Steuererklärung selber machen soll, ist eine ganz andere Frage. Hier hängt die Antwort wesentlich von Art und Umfang des Geschäfts – und von der eigenen Lust ab. Generell gelten hier ähnliche Kriterien wie bei der Buchhaltung – nur dass bei komplizierten Steuererklärungen die Chance, kostenträchtige Fehler zu machen, noch größer ist.

  • Bei der Körperschafts- und Gewerbesteuer sowie bei der Gewinnermittlung per Bilanz sind die erforderlichen Fachkenntnisse, aber auch die "Gestaltungsmöglichkeiten" so groß, dass sich der Einsatz eines Steuerberaters lohnt.
  • Wer nur eine Einkommensteuererklärung per Einnahmenüberschussrechnung abzugeben braucht, wie es Freiberuflern und Kleingewerbetreibenden erlaubt ist, kann das ohne allzu große Vorkenntnisse selber machen. Alle berufsspezifischen Angaben, die dazu nötig sind, finden sich in diesem Ratgeber. Wer sich darüber hinaus für allgemeine Probleme ("Wie setze ich meine Eigentumswohnung ab?") noch einen allgemeinen Einkommensteuerratgeber zulegt, ist für alle Fälle gerüstet.

 
8.0.3.1.  Wo finde ich Rat?

Wer einen Steuerberater oder eine Steuerberaterin sucht, sollte nicht einfach im Branchenbuch nachschauen: Auch in dieser Branche gibt es nicht nur Gute und Schlechte, sondern vor allem Spezialisten für die verschiedensten Berufe. Am besten fragt man mal unter Kolleginnen und Kollegen rum, mit wem sie zusammenarbeiten und was sie für Erfahrungen gemacht haben.

Um einem verbreiteten Irrtum vorzubeugen: Die Angst vor Betriebsprüfungen allein sollte kein Grund sein, sich von einem Steuerberater helfen zu lassen. Dass Kleinunternehmer, die ihre Steuererklärung selber machen, häufiger geprüft werden als solche, die einen Steuerberater haben, ist ein empirisch nicht zu beweisendes Gerücht.

Wer konkrete Fragen hat, kann sich direkt an sein Finanzamt wenden oder an die einschlägigen Newsgroups im Internet. Bei de.etc.beruf.selbständig zum Beispiel werden laufend auch steuerliche Fragen diskutiert.

Wer seine Einkommensteuerklärung selber macht, braucht noch einen Einkommensteuerratgeber zum Nachschlagen. Die "1000 ganz legalen Steuertricks" helfen da wenig. Zu empfehlen ist der "Ratgeber zur Einkommensteuer", den viele Sparkassen als Werbegeschenk umsonst oder gegen eine Kostenbeteiligung von ein paar Euro an ihre Kunden abgeben. Fragt einfach mal.

Übrigens: Für Mitglieder von DGB-Gewerkschaften ist ein kostenloser Rechtsschutz auch bei beruflich bedingten Steuerstreitigkeiten im Mitgliedsbeitrag enthalten. Zumindest bei ver.di gilt das problemlos auch für Selbstständige.

 

 

[ Letzte Änderung: 1. Juli 2004]
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