SteuernGewinnermittlung
 

 
 

8.1.4.  Gemeinsame Gewinnermittlung einer Personengesellschaft

Eine Personengesellschaft, die nennenswerte eigene Umsätze erzielt, also keine reine Kostenteilungsgemeinschaft ist, ist umsatzsteuer- und gegebenenfalls auch gewerbesteuerpflichtig. Da sie aber keine eigene Rechtspersönlichkeit ist, kann sie weder zur Körperschaft- noch zur Einkommensteuer veranlagt werden: Ihr Gewinn gilt als Gewinn der einzelnen Mitunternehmer und muss von jedem einzelnen zur Einkommensteuer erklärt werden.

Damit die Finanzämter kontrollieren können, ob die Mitunternehmerinnen auch wirklich den gesamten Gewinn versteuern, müssen die GbR bzw. die OHG jedoch eine "einheitliche und gesonderte Gewinnfeststellung" abgeben. Das ist eine ganz normale Gewinnermittlung nach denselben Regeln, wie sie hier beschrieben sind. Zusätzlich muss sie lediglich eine Erklärung enthalten, wie der ermittelte Gewinn auf die einzelnen Mitunternehmer verteilt wird. Und diese Gewinnanteile müssen sich dann in den persönlichen Einkommensteuererklärungen der Mitunternehmerinnen wiederfinden.

Die "einheitliche und gesonderte Gewinnfeststellung" ist auf einem besonderen Formular zu machen und bei dem Finanzamt einzureichen, in dessen Bezirk die Gesellschaft ihren Sitz hat.

Bei Arbeitsgemeinschaften in Form einer GbR, die nicht auf Dauer, sondern nur zur Durchführung eines einzigen Werkvertrages gebildet wurden, kann die einheitliche und gesonderte Gewinnfeststellung nach § 180 Abs. 4 Abgabenordnung entfallen. Einnahmen und Ausgaben werden in diesem Fall anteilig den Beteiligten zugerechnet. Damit das nicht unnötig kompliziert wird, sollten Arbeitnehmer in diesem Fall nicht von der Arbeitsgemeinschaft, sondern von einzelnen Mitgliedern angestellt werden.

Außerdem erlaubt § 180 Abs. 3 Abgabenordnung in Fällen "von geringer Bedeutung" einen Verzicht auf die einheitliche und gesonderte Gewinnfeststellung. Das gilt insbesondere dann, "wenn die Höhe des festgestellten Betrages und die Aufteilung feststehen". Handelt es sich also um eine reine Kostenteilungsgemeinschaft, in der es lediglich um die Aufteilung der Kosten für die Miete und einige Büromaterialien geht, so geben sich die Finanzämter auch mit einer formlosen internen Aufstellung zufrieden, wie sich die Kosten auf die einzelnen Mitunternehmer verteilen. Und wenn in diesem Fall die GbR keine eigene Umsatzsteuererklärung abgibt, sondern Umsatz- und Vorsteuern auf die GbR-Mitglieder "umlegt" (ohne dass dabei Beträge unter den Tisch fallen), wird kein Betriebsprüfer Schwierigkeiten machen.

 

 

[ Letzte Änderung: 1. Juli 2004]
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