SteuernEinkommensteuer
 

 
 

8.2.2.  Sonderausgaben und Freibeträge

Vom so ermittelten Gesamtbetrag der Einkünfte werden zur Ermittlung des zu versteuernden Einkommens noch abgezogen:

  • die Sonderausgaben,
  • die außergewöhnlichen Belastungen und,
  • der Kinderfreibetrag von 3.648 € pro Kind, sofern das bei höheren Einkommen günstiger ist als das Kindergeld, sowie die weiteren kinderbezogenen Freibeträge.

Zu den Sonderausgaben zählen

  • die Kirchensteuer,
  • Steuerberatungskosten bei Abfassung der Steuererklärung,
  • Aufwendungen für die berufliche Erstausbildung, für das Erststudium und das Nachholen von Schulabschlüssen, bis zur Höhe von 4.000 € im Jahr einschließlich der Kosten für eine auswärtige Unterbringung (die Kosten für Weiterbildung, Aufbaustudien, Zusatz- und Zweitausbildungen sind Betriebsausgaben),
  • Spenden zur Förderung mildtätiger, kirchlicher, religiöser, wissenschaftlicher und als besonders förderungswürdig anerkannter kultureller Zwecke (bis zu 5 Prozent vom Gesamtbetrag der Einkünfte bzw. 2 Promille von Umsatz plus Lohn- und Gehaltssumme; für besondere Zwecke bis zu 10 Prozent),
  • Renten, Unterhaltsleistungen an geschiedene Ehepartner,
  • die Vorsorgeaufwendungen (Beiträge zu Kranken-, Unfall-, Haftpflicht-, Renten- und Lebensversicherungen). Hier gelten sehr kompliziert zu berechnende Höchstgrenzen, die aber niemand zu stören brauchen: Einfach alles angeben, das Finanzamt berechnet die Höchstgrenzen selbst.

Ein Sonderfall sind Mitgliedsbeiträge und Spenden an politische Parteien: Sie dürfen, solange sie 1.650 € (Ehepaar: 3.300 €) im Jahr nicht überschreiten, zur Hälfte direkt von der Steuerschuld abgezogen werden – also nicht, wie alle anderen Ausgaben, von den Einkünften! Spendenbeträge über dem Grenzbetrag gelten dann noch als Sonderausgaben.

Außergewöhnliche Belastungen sind private Ausgaben, die außergewöhnlich sind, vom Steuerpflichtigen selbst getragen werden müssen und unzumutbar hoch sind. Das sind zum Beispiel Kosten für einen Krankenhausaufenthalt, Scheidungskosten oder Wiederbeschaffungskosten nach einem Wohnungsbrand, die nicht von einer Versicherung erstattet wurden. Wer glaubt, in dieser Weise außergewöhnlich belastet zu sein, kann in jedem Einkommensteuerratgeber nachschlagen, ob und ab welcher Höhe er es tatsächlich ist. Bei Steuerpflichtigen mit drei und mehr Kindern und einem Gesamtbetrag der Einkünfte unter 51.130 € liegt die Grenze bei einem Prozent, bei Alleinstehenden über dieser Grenze bei sieben Prozent vom Gesamtbetrag der Einkünfte.

 

 

[ Letzte Änderung: 28. Mai 2005]
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