SteuernEinkommensteuer
 

 
 

8.2.3.  Steuerfreie Einnahmen und Progressionsvorbehalt

Nach Abzug der Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen ergibt sich das zu versteuernde Einkommen, für das sich die fällige Steuer einfach aus den amtlichen Steuertabellen ablesen lässt. Das funktioniert allerdings nicht, wenn jemand Zahlungen aus Sozialkassen erhalten hat: Zahlungen der öffentlichen Hand wegen Hilfsbedürftigkeit, das Krankengeld der Krankenkassen, Arbeitslosengeld, Mutterschaftsgeld, Zahlungen der gesetzlichen Unfallversicherung und vergleichbare Zahlungen, wie sie komplett im § 32b EStG aufgezählt werden, sind zwar steuerfrei, führen aber wegen des Progressionsvorbehalts zu einem höheren Steuersatz. Der wird wie folgt berechnet:

Hat zum Beispiel eine verheiratete E-Lancerin 25.000 € zu versteuerndes Einkommen erzielt und zusätzlich 5.000 € Krankengeld erhalten, so wird zunächst die Steuer ausgerechnet, die bei 30.000 € zu versteuerndem Einkommen zu zahlen wäre. Dies waren im Jahre 2005 bei einem Ehepaar 3.084 € oder 10,28 Prozent von 30.000 €. Dieser Prozentsatz wird nun auf das zu versteuernde Einkommen von 25.000 € angewandt, so dass sich eine tatsächlich zu zahlende Steuer von 2.570 € ergibt – ohne Krankengeld wären nur 1.864 € fällig gewesen!

Dasselbe Verfahren wird angewandt, wenn ausländische Einkünfte im Inland von der Steuer befreit werden. Das Überbrückungsgeld und der Existenzgründungszuschuss der Arbeitsagentur sind hingegen seit dem 1.1.2003 gänzlich steuerfrei, unterliegen also auch nicht dem Progressionsvorbehalt.

 

 

[ Letzte Änderung: 28. Januar 2006]
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