SteuernEinkommensteuer
 

 
 

8.2.4.  Ausländische Einkünfte

Wer seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt und seine Betriebsstätte in Deutschland hat, ist mit all seinen Einkünften in Deutschland unbeschränkt einkommensteuerpflichtig. Also auch mit den Vergütungen, die ihm ausländische Kunden zahlen.

Je nachdem, in welchem Land der Kunde sitzt, kann es in einigen Ausnahmefällen jedoch passieren, dass von der Vergütung schon im Ausland Einkommensteuer einbehalten wird. Zum Beispiel dann, wenn eine E-Lancerin persönlich im Ausland tätig wird, indem sie zum Beispiel Vorträge hält oder Kurse durchführt.

In diesem Fall muss sie ihre Honorare im Prinzip zweimal versteuern, denn der Rest unterliegt – nach Abzug der ausländischen Einkommensteuer – auch noch der deutschen Einkommensteuer.

Um hierbei allzu große Ungerechtigkeiten zu vermeiden, hat die Bundesrepublik mit den meisten Staaten Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung abgeschlossen, die von Land zu Land verschieden sind. Je nach Lage kann das deutsche Finanzamt die im Ausland gezahlten Steuern zumindest zum Teil auf die im Inland entstehende Steuerschuld anrechnen oder auf eine Steuererhebung ganz verzichten. Im letzteren Fall schlägt allerdings wieder der Progressionsvorbehalt zu.

Was im konkreten Fall gilt, erfährt man beim Finanzamt oder in der Broschüre "Arbeiten in einem anderen Land der EU", die man sich im Internet individuell zusammenstellen kann. Im Prinzip reicht es aber, die im Ausland gezahlten Steuern in der Steuererklärung zu belegen (für einbehaltene Steuern also immer einen Beleg verlangen!) – das Finanzamt wird dann schon die richtige Abrechnungsart anwenden.

 

 

[ Letzte Änderung: 1. Juli 2004]
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