Steuern
 

 
 

8.5.  Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuer ist eine Verbrauchssteuer, die im Grundsatz alle Freien Berufe und Gewerbebetriebe auf ihre Leistungen erheben und an das Finanzamt abführen müssen, die letztlich aber vollständig vom Endverbraucher bezahlt wird. Von der Umsatzsteuerpflicht befreit sind Kleinunternehmer. E-Lancer sollten auf diese Befreiung in der Regel jedoch verzichten, da sie meist Geld kostet.

Um Begriffsverwirrungen von vornherein zu vermeiden: Die Mehrwertsteuer ist eine besondere Form der Umsatzsteuer, wie sie in Deutschland erhoben wird. Im Alltagssprachgebrauch meinen beide Begriffe dasselbe.

 
8.5.0.1.  Umsatzsteuer für Anfänger

Wer neu in der selbstständigen Arbeit ist, muss wissen, dass die Mehrwertsteuer im Gegensatz zu allen anderen Steuerarten den Steuerpflichtigen in der Regel Geld einbringt. Das funktioniert so:

Jeder Unternehmer muss auf sämtliche Rechnungen, das heißt auf seinen gesamten Umsatz, Umsatzsteuer aufschlagen. An das Finanzamt abzuführen braucht er davon aber nur den Teil, der auf den von ihm bzw. seinen Leuten geschaffenen "Mehrwert" entfällt. Konkret: Er schlägt die Umsatzsteuer auf den Preis aller seiner Lieferungen und Leistungen auf, zieht von diesen Umsatzsteuereinnahmen aber die Umsatzsteuerbeträge ab, die er selbst seinen Lieferanten und Dienstleistern gezahlt hat ("Vorsteuer") – und braucht nur den Rest an das Finanzamt abzuführen. Die Vorsteuer verbucht er damit also als zusätzlichen Gewinn.

Wer's nicht glaubt – vielleicht macht ein Rechenbeispiel das deutlicher. Nehmen wir eine Berufsanfängerin, die im ersten Jahr 15.000 € Umsatz macht und sich als einzige Betriebsausgabe eine Computer-Grundausstattung für 5.950 € (5.000 € + 19% MwSt.) kauft. Akzeptiert sie die Umsatzsteuerbefreiung für Kleinunternehmerinnen, so sieht ihre Einnahmenüberschussrechnung so aus:

Betriebseinnahmen 15.000 €
Betriebsausgaben 5.950 €

Betriebsgewinn ohne Umsatzsteuerpflicht 9.050 €


Verzichtet sie dagegen auf die Umsatzsteuerbefreiung, so kann sie auf ihre Rechnungen 19% Mehrwertsteuer (= 2.850 €) aufschlagen. In der Umsatzsteuererklärung zieht sie davon ihre Vorsteuer ab, so dass sie an das Finanzamt nur 2.850 – 950 = 1.900 € abzuführen braucht. Ihre Einnahmenüberschussrechnung sieht dann so aus:

Honorar 15.000 €
19% Mehrwertsteuer 2.850 €

Betriebseinnahmen 17.850 €
Computer brutto 5.950 €
Abgeführte Mehrwertsteuer 1.900 €

Betriebsausgaben 7.850 €

Betriebsgewinn mit Umsatzsteuerpflicht 10.000 €


Dank Umsatzsteuerpflicht hat die Kollegin ihren Betriebsgewinn also um 950 € gesteigert. Oder anders formuliert: Sie hat sich die Mehrwertsteuer, die sie beim Computerkauf bezahlen musste, komplett vom Finanzamt zurückgeholt. (Nur damit keine Missverständnisse aufkommen: Im wahren Leben müsste der Compter natürlich über drei Jahre abgeschrieben werden. Aber das würde am Ergebnis für Mehrwertsteuer nichts ändern.)

 

 

[ Letzte Änderung: 1. Januar 2007]
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