VersicherungenKrankenversicherung
 

 
 

9.2.2.  Private Krankenversicherung

Wer sich nicht gleich in den ersten Wochen der selbstständigen Tätigkeit um die Krankenversicherung kümmert, hat gar keine andere Wahl: Er muss sich eine private Krankenkasse suchen; der Zugang zur gesetzlichen Krankenversicherung ist ihm versperrt.

Scheinselbstständige, die über den Arbeitgeber versichert sind, können sich von dem Augenblick an privat versichern, in dem sie die Versicherungspflichtgrenze von derzeit 47.700 € überschreiten.

Die Wahl einer privaten Krankenkasse ist nicht gerade einfach. Denn anders als die gesetzlichen Kassen, deren Leistungen im Wesentlichen gesetzlich vorgeschrieben sind, können private Krankenkassen ihre Tarife und Leistungen zu beliebigen Paketen zusammenstellen. Und das tun sie in einer solchen Vielfalt, dass ein präziser Beitragsvergleich unmöglich wird.

Für den überlegten Abschluss einer privaten Krankenversicherung sind daher drei Schritte nötig:

Der erste Schritt ist eine grobe Vorauswahl vernünftiger Kassen – etwa mit Hilfe von Vergleichstabellen, die man in der Regel bei den Verbraucherzentralen bekommt, oder eines Versicherungsmaklers, von denen viele ihre Dienste auch im Internet anbieten.

Mit den Tariftabellen, die man von diesem Makler oder den einzelnen Versicherungen bekommt, ist zu entscheiden: Wie will ich mich überhaupt versichern? Die Angebote reichen von der preiswerten medizinischen Grundversorgung, für die man die Beiträge mit einer Selbstbeteiligung noch einmal senken kann, bis zum Rundum-Sorglos-Paket mit Chefarztbehandlung, Kuren und Krankentagegeld. Zumindest die Leistungen, die im Fall des Falles richtig ins Geld gehen können, sollte man auf keinen Fall unversichert lassen: Krankenhaus und Zahnersatz.

Wer weiß, was er will, sollte sich sodann ein paar Vergleichsangebote von verschiedenen Versicherungen einholen. Wichtig ist, dass man hier nicht nur Beitragstabellen vergleicht, sondern sich wirklich verbindliche Angebote machen lässt. Bei bestimmten Leiden und Vorerkrankungen verlangen private Versicherungen nämlich Risikozuschläge, die die ganzen schönen Beispielrechnungen aus den Prospekten zunichte machen können, oder sie verweigern die Aufnahme ganz.

Wer Mitglied eines Berufsverbandes ist, sollte auch dort nachfragen: Viele dieser Vereinigungen haben Gruppenverträge abgeschlossen, die ihren Mitgliedern bei bestimmten Versicherungen erhebliche Rabatte sichern.

 

 

[ Letzte Änderung: 28. Dezember 2006]
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