Versicherungen
 

 
 

9.10.  Betriebliche Ausfallversicherungen

  • 9.10.0.1. Betriebskostenversicherungen
  • 9.10.0.2. Arbeitsausfallversicherungen
  • Das Krankentagegeld als Verdienstausfallversicherung reicht in der Regel nicht aus, wenn wegen einer Krankheit des Inhabers oder anderer Katastrophen der ganze Betrieb eingestellt werden muss: Mieten, Zinsen und gegebenenfalls auch die Gehälter der Angestellten müssen trotzdem weiter bezahlt werden. Hier bieten die Versicherungsgesellschaften einen bunten Strauß verlockender Policen an, die alle einen großen Nachteil haben: Sie sind nicht eben billig. Aber immerhin sind sie Betriebsausgaben und können – im Gegensatz zur Krankentagegeldversicherung – steuerlich voll abgesetzt werden.

     
    9.10.0.1.  Betriebskostenversicherungen

    Betriebskostenversicherungen kommen für die laufenden Kosten (Mieten, Zinsen, Gehälter usw.) auf, wenn der Betrieb eingestellt werden muss, weil die Inhaberin wegen Unfall, Krankheit oder Schwangerschaft arbeitsunfähig ist.

    Kostenbeispiel: Die "Suprima" der Mannheimer Versicherung, die bei Unfall mit Krankenhausaufenthalt sofort, ansonsten ab der vierten Ausfallwoche zahlt, verlangt pro Monat über den Daumen 1 – 1,5 Prozent der versicherten monatlichen Betriebskosten.

    Ähnlich konstruiert sind Betriebsausfallversicherungen, die für dieselben Kosten aufkommen, wenn der Betrieb wegen Feuer, Wasserschäden, Einbruch oder Naturkatastrophen eingestellt werden muss.

    Forderungsausfallversicherungen schließlich springen ein, wenn Kunden ihre Rechnungen nicht bezahlen.

     
    9.10.0.2.  Arbeitsausfallversicherungen

    Damit kleine Betriebe von den Kosten der gesetzlichen Entgeltfortzahlung nicht überfordert werden, hat das Lohnfortzahlungsgesetz ein Umlageverfahren eingeführt, das mit dem Aufwendungsausgleichsgesetz zum 1.1.2006 neu gestaltet wurde. Danach gibt es zwei Umlagen, aus denen die Betriebe im Fall des Falles den größeren Teil ihrer Ausgaben für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sowie für das Mutterschaftsgeld an ihre Beschäftigten zurückbekommen:

    • Die Umlage U1 (für die Lohnfortzahlung) beträgt je nach Krankenkasse monatlich 1,5 – 5 Prozent der Bruttoentgeltsumme des Betriebes; für geringfügig Beschäftigte werden lediglich 0,1 Prozent fällig. Erstattet werden dafür 80 Prozent des weitergezahlten Arbeitsentgelts.
    • Die Umlage U2 (für das Mutterschaftsgeld) beträgt 0,1 – 0,2 Prozent der Bruttoentgeltsumme aller versicherungspflichtig Beschäftigten – also auch der Männer. Für geringfügig Beschäftigte wird gar keine U2 fällig; trotzdem wird auch für sie – wie für alle anderen Beschäftigten – der Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld sowie die Entgeltfortzahlung bei Beschäftigungsverboten während einer Schwangerschaft zu 100 Prozent erstattet.

    Die Teilnahme am Umlageverfahren U1 ist für Betriebe mit bis zu 30 Beschäftigten Pflicht; die Umlage U2 ist unabhängig von der Betriebsgröße Pflicht für alle Arbeitgeber. Zuständig ist die gesetzliche Krankenkasse, in der die Arbeitnehmerin versichert ist bzw. (bei privat Versicherten) zuletzt versichert war. Für geringfügig Beschäftigte ist die Minijobzentrale (Bundesknappschaft) zuständig.

     

     

    [ Letzte Änderung: 2. April 2006]
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