Versicherungen
 

 
 

9.11.  Haftpflichtversicherungen

Eine private Haftpflichtversicherung hat fast jeder. Eine Berufshaftpflicht haben dagegen erstaunlich wenige. Dabei ist dort das Risiko eher größer als im Privatleben. Und die private Haftpflicht zahlt bei beruflichen Schäden nicht – es sei denn, das ist ausdrücklich vereinbart. Bei Alleinunternehmern mit überschaubaren Risiken sind manche Versicherungsvertreter dazu durchaus bereit – das muss dann aber schriftlich im Versicherungsschein vermerkt werden. Manche Gesellschaften, z.B. die Mannheimer Versicherung, bieten Alleinunternehmern auch offiziell eine kombinierte Privat- und Berufshaftpflicht an.

 
9.11.0.1.  Betriebshaftpflichtversicherung

Sicher braucht nicht jeder eine Berufshaftpflicht. Unabdingbar scheint sie für Leute, die (oder deren Beschäftigte) in fremden Räumen, an fremden Geräten oder mit fremden Daten arbeiten, weil dort auch bei größter Sorgfalt immer Sachschäden in gewaltiger Höhe entstehen können. Auch für Trainer, die Schulungen in eigenen Räumen anbieten, ist eine solche Versicherung wegen der nie ganz auszuschließenden Verletzungsgefahr der Kursteilnehmer vernünftig.

Andererseits ist nicht für alle denkbaren Schadensfälle eine Haftpflichtversicherung erforderlich. Begrenzen lässt sich das Haftungsrisiko zum Beispiel durch Gründung einer GmbH, bei der die Haftung per Gesetz auf das Gesellschaftskapital begrenzt ist. Dann geht bei einem großen Haftpflichtfall zwar eventuell die GmbH, nicht aber das Privatvermögen drauf. Schadenersatzansprüche z.B. wegen Auswirkungen einer fehlerhaft programmierten Software lassen sich durch einen Haftungsausschluss in den AGB oder im Vertragstext ausschließen oder auf bestimmte Beträge – z.B. auf die Höhe des vereinbarten Honorars – wenigstens begrenzen. Ist der Schaden allerdings vorsätzlich oder grob fahrlässig angerichtet worden, nutzen solche Bestimmungen in der Regel nichts: AGB-Klauseln, die die Haftung in solchen Fällen ausschließen, sind nichtig.

Wie teuer eine solche Versicherung ist, dazu lassen sich nicht mal grobe Andeutungen machen – zu unterschiedlich ist das Risiko in den verschiedenen IT-Berufen. Eine Versicherung für Personen- und Sachschäden bis zu einer Million Euro, wie sie allgemein als Mindestdeckung angesehen wird, können selbstständige Lehrkräfte (sogar kombiniert mit einer Privathaftpflicht) schon für rund 125 € bekommen; für Mitglieder der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ist sie sogar im Mitgliedsbeitrag enthalten. Betriebe dagegen müssen nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft beim gleichen Haftungsumfang mit mindestens 500 € Prämie im Jahr rechnen; IT-Berater, die an fremden EDV-Anlagen herumbasteln, sogar mit einem Mehrfachen diese Summe.

Wegen berufsspezifischer Angebote sollte man hier wieder bei den einschlägigen Berufsverbänden nachfragen; spezielle Einsteiger-Tarife für E-Lancer findet man zum Beispiel bei der Karlsruher Versicherung ("fundamente IT").

 
9.11.0.2.  Produkthaftpflichtversicherung

Voraussetzung für eine Haftpflicht ist im normalen Alltag, dass der Haftende "Schuld ist". Dass er also z.B. eine Software falsch programmiert hat. Das Produkthaftungsgesetz hat 1990 aber auch eine "verschuldensunabhängige Haftung" eingeführt. Die kann sogar Dritte treffen: Wer zum Beispiel in Deutschland Software vertreibt, die außerhalb der EU hergestellt wurde, haftet für Schäden, die aus Fehlern in dieser Software resultieren.

Das ist ein heikles Spezialgebiet und trifft die wenigsten. Am besten, die Betriebshaftpflicht schließt gleich die Produkthaftpflicht ein. Dann kann nichts schief gehen.

 

 

[ Letzte Änderung: 1. Juli 2004]
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