Versicherungen
 

 
 

9.12.  Sachversicherungen

Eine Warnung sei an alle Schlauberger vorausgeschickt: Berufliche Risiken müssen auch beruflich versichert werden. Wem unterwegs der Laptop geklaut wird, dem darf eine Reisegepäckversicherung nach einem Urteil des Landgerichts Düsseldorf den Schaden je nach Vertrag nur zur Hälfte oder gar nicht ersetzen, sofern das Gerät "nicht ausschließlich privat genutzt wird". Und wer seinen Online-Versand von der Wohnung aus betreibt, sollte nicht auf die Hausratversicherung setzen: Die gilt in aller Regel nicht für gewerblich genutzt Räume.

Zwar ist es durchaus denkbar, dass ein freundlicher Versicherungsvertreter in der Hoffnung auf weitere Geschäfte private Versicherungen auf (kleinere) geschäftliche Risiken ausdehnt. Aber das muss dann in aller Form besiegelt und im Versicherungsschein schriftlich festgehalten werden.

Ansonsten heißt es: Gesonderte Geschäftsversicherungen abschließen. Aber nur da, wo es im konkreten Fall nötig ist. Während Computermissbrauchsversicherungen, Autoinhaltsversicherungen oder Transportversicherungen nur für spezielle Geschäftsfelder in Frage kommen dürften, sind die im Folgenden genannten in der IT-Branche generell erwägenswert:

 
9.12.0.1.  Geschäftsinhaltsversicherung

Für Schäden am Büro, an Geräten, Ausstattung und Archiv gibt es alle nur denkbaren Versicherungen: gegen Feuer, gegen Einbruchdiebstahl, gegen Leitungswasser- und gegen Sturmschäden. Diese Risiken lassen sich alle einzeln versichern – aber auch zusammengefasst in einer Geschäftsinhaltsversicherung, wie sie die meisten Gesellschaften anbieten und die bei einer Versicherungssumme von 25.000 € über den Daumen 50 € im Jahr kostet.

Eine solche Versicherung zahlt allerdings nur begrenzt. Sie tritt zum einen nur für reine Sachschäden ein: Sie bezahlt den neuen Computer, nicht aber die Wiederbeschaffung der Daten. Und sie zahlt zum anderen nur bei den genannten Schadensursachen – die bei Elektronik erfahrungsgemäß nur für fünf Prozent der Schadensfälle verantwortlich sind.

 
9.12.0.2.  Betriebsunterbrechungsversicherung

Da Feuer- und Sturmschäden häufig den ganzen Betrieb für längere Zeit lahmlegen, kann auch eine Betriebsunterbrechungsversicherung (BU) sinnvoll sein. Die tritt während einer Betriebsunterbrechung für die weiterlaufenden Gehälter, Miete und Zinsen ein, zahlt Mehrkosten für notwendige Überstundenzuschläge und übernimmt notfalls sogar die Miete für übergangsweise angemietete Geschäftsräume.

Bei Versicherungssummen von bis zu einer halben Million Euro spricht man von einer "Klein-BU-Versicherung". Sie wird üblicherweise nur in Kombination mit einer Geschäftsinhaltsversicherung und für die gleiche Versicherungssumme abgeschlossen.

 
9.12.0.3.  Elektronikversicherung

Eine Geschäftsinhaltsversicherung tritt normalerweise nicht für Schäden an elektronischen Geräten durch Überspannung, Blitzeinwirkung, falsche Handhabung, fahrlässige oder gar mutwillige Zerstörung ein.

Dafür braucht man eine All-Risk-Versicherung, die es für stationäre Geräte bei verschiedenen Gesellschaften für drei bis sechs Promille der Versicherungssumme gibt. Mobile Geräte wie Laptops kosten ein Vielfaches und werden von vielen Gesellschaften einzeln gar nicht versichert. Im Paket mit anderen elektronischen Geräten versichert kosten Laptops je nach Einsatzgebiet (Europa? Welt?) pro Jahr um die drei Prozent der Versicherungssumme.

Berufsverbände haben hier häufig Gruppenversicherungsverträge ausgehandelt oder können zumindest Empfehlungen geben.

 
9.12.0.4.  Softwareversicherung

Und auch mit der Elektronikversicherung sind wesentliche Schäden noch nicht abgedeckt: Beim Crash einer Festplatte ist der Sachschaden in der Regel gar nicht das Problem. Viel teurer ist die Wiederherstellung der Daten.

Auch dafür gibt es Versicherungen, welche die Kosten für die Wiederherstellung verlorengegangener und (z.b. durch Viren) veränderter Daten ebenso tragen wie für den Neuerwerb von Softwarelizenzen. Allerdings sind diese Versicherungen nicht billig. Sie kosten pro Jahr bis zu einem Prozent der versicherten Summe und zahlen nur Schäden, die trotz regelmäßiger Datensicherung entstanden sind. Aber wer seine Daten regelmäßig sichert – braucht der wirklich noch so eine Versicherung?

Häufig gibt es diese Versicherungen im Paket mit einer Elektronikversicherung. Beim Vergleich von Angeboten ist zu unterscheiden zwischen Datenträgerversicherungen, die nur zahlen, wenn der Datenträger beschädigt ist, und umfassenden Softwareversicherungen, die auch bei Schäden durch Viren oder Bedienungsfehler einspringen.

 

 

[ Letzte Änderung: 1. Juli 2004]
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